Der Aal

Wissenschaftlicher Name: Lat. Anguilla Anguilla

Höchstgewicht: 9 - 12 Pfund

Maximale Länqe: 150 cm

Durchschnittsgewicht: 500 bis 650 Gramm

Lebenserwartung: 13 bis 16 Jahre (Gefangenschaft 60 Jahre)

 
   
 

Beschreibung:

Aale sind Nachträuber, Tagsüber verstecken sie sich im tiefen Wasser und führen in Löchern unter Wurzeln und Schlamm ein verborgenes Dasein. Aale von 5-Pfund sind selten, über 10 Pfund sehr selten.
Niemand wird Schwierigkeiten haben, den schlangengleichen europäischen Flussaal zu erkennen, der auch als Süßwasseraal bekannt ist. Er hat eine langen, schleimigen und biegsamen Körper, ein großes Maul, einen hervortretenden Unterkiefer und zahllose kleine Zähne. Seine Schwanz und Rückenflossen bilden um den Schwanz herum einen Flossensaum, Lediglich die kleinen Brustflossen ähneln den Flossen von “normalen" Fischen. Seine Farbe verändert sich mit dem Alter von gelblich zu silberfarben, dann zu braun oder schwarz. Die Bauchseite ist weiß.
Die Größe ausgewachsener Aale ist sehr unterschiedlich, Weibliche Aale werden bis zu 150 Zentimeter lang, männliche 45 bis 60 Zentimeter. Aale wachsen sehr langsam Etwa im Alter von 12 Jahren sind sie bereit, ihre Wanderung zu den Laichplätzen im Meer aufzunehmen. Ihre Geschlechtsorgane entwickeln sich erst im Meer, Bei Aalen ist es ärgerlich, das sie sich beim Versuch, sich frei zu winden, in der Angelschnur verheddern und alles mit Schleim bedecken. Wegen ihres weißen, grätenfreien Fleisches gehören sie jedoch, vor allem geräuchert, zu den beliebtesten und teuersten Speisefischen überhaupt.

Auf der Suche nach Futter:

Als nächtlicher Räuber und Frischfleischfresser (kein Aas) nutzt der Aal auf der Jagd nach Beute seinen guten Geruchssinn. (Ein Fingerhut voll Rosenöl gemischt mit der 58-igsten Menge des Bodensees, erkennt er sofort wieder.) Er ist ein wählerischer Fresser und ernährt sich hauptsächlich von Fisch, Krebsen, Würmern und Schnecken. Aale sind gefürchtete Laichräuber und daher in Forellenbächen unerwünscht.
Es gibt zwei Formen der Aale: Der Breitkopfaal frisst besonders Fische und große Nährtiere, der Spitzkopfaal frisst Kleintiere wie Würmer und Schnecken.

Lebenszyklus:

Das faszinierendste an diesem Fisch ist sein ungewöhnlicher Lebenszyklus. Zwischen dem neunten und dem elften Lebensjahr beginnt die Vorbereitung auf die Wanderung zu den Laichgebieten. Der Kopf wird spitzer, die Augen werden größer, sie Seitenlinien deutlich sichtbar Gleichzeitig hört der Aal zu fressen auf. Der Fisch hat jedoch schon vorher eine Menge Fett gespeichert von dem er auf seiner langen Reise ins Meer und zu den Laichplätzen zehrt. Diese Reise kann drei Jahre dauern und ihn sogar über Land führen, Der Aar schließt dann seine kleinen Kiemen und versorgt sie mit Wasser, das sich in einer großen Kiemenhöhle befindet. Sie ist als Schwellung zu beiden Seiten seines Kopfes erkennbar. Sein Ziel ist der 3000 Meter tiefe Saragassosee in der Nähe der Bermudas, wo er in großer Tiefe laicht. Nach dem Laichen stirbt der Aal vermutlich. Trotz modernster Technik ist dies bis heute nicht erforscht. Nach dem Schlüpfen werden die jungen Aallarven vom Golfstrom (der Nordatlantikströmung) bis an die Küsten Europas getragen.
Während dieser Reise verändern sie ihr Äußeres von einer blattförmigen Larve bis zu einem winzigen Glasaal, so genannt, weil sein Körper transparent ist. Diese Transparenz ist ein Schutz vor Feinden z.B. Raubvögel und Fischen. Während er sich stromaufwärts in viele europäische Gewässer windet, wird seine Farbe dunkler.

Die Fanggewässer, Fangzeit und Fangtechnik:

Der Aal ist in allen mit dem Atlantik in Verbindung stehenden Gewässern zu finden. In abgeschlossenen Seen und Teichen wird er eingesetzt. Gute Fangplätze sind Krautbeete und alle Plätze, die ihm Unterschlupf bieten. Er liebt aber auch die Flussströmung.
Am besten beißt er zwischen Mai und August, Die frühen Morgen- und späten Abendstunden sind besonders erfolgreich. Wo erlaubt, sollte man die Nachtfischerei wählen. Warme Sommernächte versprechen besten Fang.
Für den Fang ist eine mittelschwere Grundrute mit oder ohne Pose und Grundblei oder Laufblei geeignet. Die Schnur sollte eine Stärke von 0,35 bis 0,40 mm haben. Das Vorfach (Kevlar) ist möglichst lang mit Karabinerwirbel zu wählen, Hakengröße fünf bis sechs. Als Köder sind Rotwürmer oder Mistwürmer (Dendrobena) im Bündel, Tauwurm, kleine Fische, Krebs- und frisches Rindfleisch zu verwenden
Ein großer Tauwurm ist wie gesagt ideal für den Aalfang mit der Pose. Neben Mistwürmern (Dendrobenas) eignen sich besonders Laicheier, welche die Schlangen an Ort und Stelle verschlingen und nicht zu vergessen, das Fleisch von Wollhandkrabben. In Gewässern, in denen sie Schalentiere zahlreich vorkommen, zählen sie während der Häutungsphase zur Lieblingsspeise der Aale.

Tipp:

Vorsicht beim Ausnehmen und Zubereiten von Aalen. Aalblut ist sehr giftig.
Gelangt es in offene Wunden, kann es zu Brechdurchfall und Lähmungen führen. Achten Sie deshalb beim Töten des Aales und bei seiner Zubereitung darauf, dass Sie sich nicht verletzen, Räuchern oder Braten (73° C) macht das Blut ungiftig.